Regeln
Ausrüstung im Skispringen: Anzug, Ski, Bindung und die Materialkontrolle
Im Skispringen ist die Ausrüstung genau vorgeschrieben, weil Anzug und Ski wie Tragflächen wirken. Die Regeln stehen in den FIS-Spezifikationen für Wettkampfausrüstung (Langlauf, Skispringen, Nordische Kombination), Ausgabe 2026/2027 vom Mai 2026 (Quelle: assets.fis-ski.com/f/252177/x/378627bb31/merged-specifications-for-cc_jp_nc_competiton-equipment_2025_26-marked-up.pdf). Wer dagegen verstößt, wird nach den Internationalen Wettkampfregeln disqualifiziert oder gar nicht erst zugelassen (Quelle: FIS-ICR Skispringen, Art. 441.5 und 441.6, Ausgabe Juni 2026: assets.fis-ski.com/f/252177/x/c67426c343/icr-ski-jumping-2024_e_clean.pdf). Stand: Oktober 2026.
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Wie lang dürfen Sprungski sein?
Sprungski dürfen höchstens 145 Prozent der Körpergröße lang sein, und das nur bei einem Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 21, für Frauen wie Männer. Wer leichter ist, bekommt nach einer Staffel in Schritten von 0,125 BMI-Punkten kürzere Ski. Bei Jugendwettbewerben gilt pauschal eine Grenze von 140 Prozent der Körpergröße ohne BMI-Formel. Gewogen wird in Sprungunterwäsche, ohne Helm, Brille, Handschuhe, Schuhe, Keile, Anzug und Startnummer (Quelle: FIS-Spezifikationen für Wettkampfausrüstung, Teil C, Art. 1.2.1.1, Ausgabe 2026/2027: assets.fis-ski.com/f/252177/x/378627bb31/merged-specifications-for-cc_jp_nc_competiton-equipment_2025_26-marked-up.pdf). Stand: Oktober 2026.
Die BMI-Regel koppelt Gewicht und Tragfläche: Wer unter dem Mindest-BMI liegt, bekommt kürzere Ski und damit weniger aerodynamischen Auftrieb. Laut englischsprachiger Wikipedia wird diese Regel dafür verantwortlich gemacht, die schlimmsten Fälle von Untergewicht im Skispringen beendet zu haben (Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Ski_jumping). Die Skibreite an der Balancestelle muss laut FIS zwischen 95 und 105 Millimetern liegen (Quelle: Spezifikationen, Art. 1.2.1.2: assets.fis-ski.com/f/252177/x/378627bb31/merged-specifications-for-cc_jp_nc_competiton-equipment_2025_26-marked-up.pdf). Stand: Oktober 2026.
Was ist bei Bindung und Schuh erlaubt?
Die Bindung muss so montiert sein, dass höchstens 57 Prozent der Skilänge vor dem Schuh liegen, gemessen von der Skispitze bis zur Schuhkappe. Ein Keil unter dem Schuh, der die Anfahrtsposition verbessert, darf höchstens 20 Millimeter hoch sein, und jede Vorrichtung, die beim Absprung zusätzliche Energie liefert, ist verboten (Quelle: FIS-Spezifikationen für Wettkampfausrüstung, Teil C, Art. 2.3, Ausgabe 2026/2027: assets.fis-ski.com/f/252177/x/378627bb31/merged-specifications-for-cc_jp_nc_competiton-equipment_2025_26-marked-up.pdf). Stand: Oktober 2026.
Sprungschuhe müssen der Fußlänge entsprechen, mit höchstens 2 Zentimetern Toleranz. Die Sohle darf an der Ferse höchstens 40 Millimeter dick sein, und der Schaft darf nicht flacher als 65 Grad nach vorn geneigt sein. Im Weltcup und bei Weltmeisterschaften sind nur homologierte Sprungschuhe erlaubt, und ein Umformen für bessere Aerodynamik ist verboten (Quelle: FIS-Spezifikationen, Teil C, Art. 3.3, Ausgabe 2026/2027: assets.fis-ski.com/f/252177/x/378627bb31/merged-specifications-for-cc_jp_nc_competiton-equipment_2025_26-marked-up.pdf). Stand: Oktober 2026.
Wie weit darf ein Sprunganzug sein?
Ein Sprunganzug der Männer darf am Körper nur 2,0 bis 4,0 Zentimeter weiter sein als der Körperumfang des Springers, an den Beinen 2,0 bis 5,0 Zentimeter. Bei den Frauen sind es von der Achsel bis zum Knie 2,0 bis 5,0 Zentimeter, an den Ärmeln 2,0 bis 4,0 Zentimeter. Vom Knie bis zum Knöchel, gemessen mit Schuhen und Keilen, darf der Anzug 2 bis 10 Zentimeter weiter sein, direkt am Knie 2 bis 5 Zentimeter. Gemessen wird mit dem Maßband im rechten Winkel zur Körperachse. Der Körper wird in Sprungunterwäsche vermessen, bei Männern der Oberkörper jedoch auf der bloßen Haut, bei Frauen mit Sport-BH (Quelle: FIS-Spezifikationen für Wettkampfausrüstung, Teil C, Art. 4.4.1 und 4.4.1.3, Ausgabe 2026/2027: assets.fis-ski.com/f/252177/x/378627bb31/merged-specifications-for-cc_jp_nc_competiton-equipment_2025_26-marked-up.pdf). Stand: Oktober 2026.
Der Anzugstoff ist ein fünfschichtiges Laminat aus Außenstoff, Schaum, Membran, Schaum und weißem Futter, zwischen 4,0 und 6,0 Millimeter dick. Er muss mindestens 40 Liter Luft pro Quadratmeter und Sekunde durchlassen, und die Werte verschiedener Anzugteile dürfen höchstens 20 Liter auseinanderliegen. Fallen zwei von drei Messungen unter 40, folgt die Disqualifikation. Der Männeranzug besteht aus neun Teilen, Falten, Polster und nachträgliche chemische oder mechanische Behandlung sind verboten (Quelle: FIS-Spezifikationen, Teil C, Art. 4.1 bis 4.4.9, Ausgabe 2026/2027: assets.fis-ski.com/f/252177/x/378627bb31/merged-specifications-for-cc_jp_nc_competiton-equipment_2025_26-marked-up.pdf). Stand: Oktober 2026.
Wozu sind Chips im Anzug?
Die Chips im Anzug zeigen, dass die FIS den Anzug geprüft und zugelassen hat. Bei Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften, Skiflug-Weltmeisterschaften, Weltcup und Grand Prix ist das Pflicht. Ein FIS-Materialkontrolleur prüft jeden Anzug vor dem Einsatz und presst codierte NFC-Chips in vorgegebenen Positionen ein. Name und Anzugnummer landen in einer FIS-Datenbank. Jeder Athlet darf pro Saison nur eine begrenzte Zahl von Anzügen registrieren, die über feste Zuteilungsperioden verteilt sind (Quelle: FIS-Spezifikationen, Teil C, Art. 4.5, Ausgabe 2026/2027: assets.fis-ski.com/f/252177/x/378627bb31/merged-specifications-for-cc_jp_nc_competiton-equipment_2025_26-marked-up.pdf). Stand: Oktober 2026.
Pro Wettbewerb, Qualifikation und alle Durchgänge eingeschlossen, ist ein Anzug erlaubt. Pro Weltcup-Veranstaltung und bei der Vierschanzentournee dürfen zwei Anzüge zum Einsatz kommen. Wird ein markierter Anzug nachträglich verändert, etwa an Arm- oder Beinlänge, deaktiviert der Kontrolleur die Chips, der Anzug ist unbrauchbar und der Athlet wird disqualifiziert (Quelle: FIS-Spezifikationen, Teil C, Art. 4.5.5, Ausgabe 2026/2027: assets.fis-ski.com/f/252177/x/378627bb31/merged-specifications-for-cc_jp_nc_competiton-equipment_2025_26-marked-up.pdf). Stand: Oktober 2026.
Was passiert bei einem Verstoß?
Ein Verstoß gegen die Ausrüstungsregeln führt zur Disqualifikation aus allen Durchgängen des Wettbewerbs, der Athlet taucht dann in der offiziellen Ergebnisliste gar nicht auf. Andere Regelverstöße, etwa ein Fehlstart, betreffen dagegen nur den einen Sprung, der mit null Punkten gewertet wird (Quelle: FIS-ICR Skispringen, Art. 441.7, Ausgabe Juni 2026: assets.fis-ski.com/f/252177/x/c67426c343/icr-ski-jumping-2024_e_clean.pdf). Bei Weltcupspringen sind zwei FIS-Materialkontrolleure im Einsatz (Quelle: Art. 405.1.2, gleiche Quelle: assets.fis-ski.com/f/252177/x/c67426c343/icr-ski-jumping-2024_e_clean.pdf). Stand: Oktober 2026.
Wie funktionieren Gelbe und Rote Karten?
Jede Disqualifikation wegen eines selbst verschuldeten Ausrüstungsverstoßes bringt eine Gelbe Karte. Sie bleibt zwölf Monate ab dem Tag der Vergabe in der FIS-Datenbank und steht auf den Startlisten. Mit einer Gelben Karte darf man weiter starten, eine zweite innerhalb dieser Zeit wird zur Roten Karte. Ein unverschuldeter Verstoß führt nach Bewertung der Jury zu keiner Gelben Karte (Quelle: FIS-Sanktionssystem für Ausrüstungsverstöße im Skispringen und in der Nordischen Kombination, Fassung vom 10. September 2026: assets.fis-ski.com/f/252177/x/4ab39d5e95/sanction-system-for-equipment-violation-in-ski-jumping-and-nordic-combined75_final_post-jp-com.pdf). Stand: Oktober 2026.
Eine Rote Karte sperrt den Athleten für den folgenden Wettbewerb und zwei weitere. Während der Sperre darf er in keinem Wettbewerb starten, angerechnet werden aber nur Einzel-, Team- und Super-Team-Wettbewerbe, keine Mixed-Team-Springen. Bekommt ein Athlet die Rote Karte im Weltcup, verliert sein Verband für das nächste Weltcup-Wochenende einen Quotenplatz. Eine zweite Rote Karte binnen zwölf Monaten bedeutet vier Wettbewerbe Sperre (Quelle: FIS-Sanktionssystem, Fassung vom 10. September 2026: assets.fis-ski.com/f/252177/x/4ab39d5e95/sanction-system-for-equipment-violation-in-ski-jumping-and-nordic-combined75_final_post-jp-com.pdf). Stand: Oktober 2026.
Neu ist die Geltungsdauer: Seit dem 1. Juli 2026 gelten Gelbe Karten zwölf Monate ab Vergabe und nicht mehr nur bis zum Saisonende, wie der Weltcup-Veranstalter in Willingen am 5. Oktober 2026 berichtete (Quelle: weltcup-willingen.de/gelbe-karten-gelten-12-monate-mehr-geld-fuer-die-frauen). Wie Haltung und Weite bewertet werden, steht in Wie Skisprung-Ergebnisse entstehen. Stand: Oktober 2026.